Kerstin Kleine, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Aktuelles
Carsten Engelhardt übernimmt Geschäftsführung
Das Diakonische Werk Waldeck-Frankenberg hat seit 1. September einen neuen Geschäftsführer: Mit Carsten Engelhardt wird dieser Posten erstmals mit einer Person aus der Privatwirtschaft besetzt. Bislang waren es ausschließlich Pfarrpersonen, die das Diakonische Werk leiteten. Engelhardt ist Diplom-Kaufmann und war zuletzt als freiberuflicher Unternehmensberater tätig.
Gebürtig stammt der 56-Jährige aus Korbach. Nach einer Ausbildung zum Facharbeiter im Bereich Maschinenbau und Zivildienst in Marburg, startetet er mit einem BWL-Studium in Paderborn. Den Zivildienst absolvierte er beim „Verein zur Förderung der Integration behinderter Menschen“, blieb dort anschließend sogar ein weiteres Jahr, „weil mir die Tätigkeit wirklich viel gegeben hat.“
Die Studienschwerpunkte in Paderborn legte Carsten Engelhardt auf Personalwirtschaft, Organisation und Produktionsplanung. Nach dem Studium war er gut 20 Jahre in verschiedenen Führungspositionen tätig, die meiste Zeit davon bei dem französischen Baustoffhersteller Saint-Gobain. Die Familie wohnte im Aachen sowie einige Zeit in der Nähe von München.
Im Jahr 2018 allerdings zog es ihn in die alte Heimat zurück. Seine Ehefrau stammt aus Diemelstadt-Rhoden. Dorthin zog das Ehepaar, gemeinsam mit seinen beiden Töchtern. Carsten Engelhardt gründete eine Unternehmensberatung und begleitete in dieser Funktion mittelständische Unternehmen, insbesondere beim Thema der digitalen Transformation.
Jetzt also Geschäftsführung Diakonisches Werk. Wie passt das zusammen?
„Die Verbindung zur Kirche besteht nicht zuletzt durch zwei Theologen in der Familie. Mit beiden besteht ein reger Austausch zu christlichen und werteorientierten Themen“, sagt Engelhardt. Die Arbeit mit und für Menschen habe zudem sein gesamtes bisheriges berufliches Leben bestimmt.
Jetzt gehe es im Diakonischen Werk aber natürlich auch um Wirtschaftlichkeit, um Einsparungen und die Nutzung von Synergien. „In all diesen Prozessen unterscheidet sich das Diakonische Werk dabei kaum von anderen mittelständischen Unternehmen“, sagt Carsten Engelhardt. „Ich wollte die Herausforderung annehmen, in Zeiten geringer werdender Mittel, diakonische Leistungen aufrecht zu erhalten und natürlich auch finanziert zu bekommen. Und ich möchte mein gesamtes Wissen aus der freien Marktwirtschaft in eine wohltätige Organisation einbringen.“
Engelhardt denkt beispielsweise an Kooperationen mit Unternehmen, die sich Beratungen zum Wohl und zur vielseitigen Prävention der Mitarbeitenden wünschen. „Wir können diese Leistungen bieten und es könnten dadurch neue Einnahmequellen erschlossen werden“, sagt er. Auch Fundraising spiele sicherlich künftig eine Rolle, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis, mit Vereinen oder Kommunen.
Bei alledem sei es wichtig, die Arbeit des Diakonischen Werks wieder stärker in die Öffentlichkeit und ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, sie auch wieder verstärkt in Verbindung mit Kirche darzustellen. „Und natürlich müssen wir fragen: Wo können wir expandieren und neue Geschäftsfelder erschließen.“
Der 56-Jährige hat sich eine Menge vorgenommen, um das Diakonische Werk Waldeck-Frankenberg auch unter schwierigen Vorzeichen erfolgreich in die Zukunft zu führen. „Jetzt werden zunächst Teamgespräche geführt, um den Status Quo zu ermitteln, danach können wir über Strategien nachdenken“, sagt Engelhardt.
Und dann ist da noch etwas, das dem Diemelstädter am Herzen liegt: „Ganz viel Bewegung in der Natur, um abzuschalten und den Kopf für frische Gedanken frei zu bekommen.“ Das Waldecker Land bietet dafür die beste Voraussetzung.
Text und Foto:

Das Diakonische Werk Waldeck-Frankenberg ist ein Zweckverband der evangelischen Kirchenkreise Twiste-Eisenberg und Eder. Wir sind eine kirchliche Körperschaft des öffentlichen Rechts.
